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Auszug aus dem Bericht der Dampfmaschinenspezialisten.

Es handelt sich um eine 2 Zylinder-Verbund-Dampfmaschine aus dem Jahre 1895. Das Schwungrad hat 6 Meter Durchmesser, der Kolbenhub beträgt 1200mm. Die Transmission der Spinnerei wurde mittels 12 Hanfseilen von 50mm Durchmesser angetrieben, woraus die Leistung der Maschine mit 400 bis 500 PS eingeschätzt werden kann. Charakteristisch für den Antrieb einer Spinnerei ist die hohe Anforderung bezüglich Gleichmäßigkeit der Drehzahl auch bei wechselnder Belastung. Dies wird durch eine Präzisionssteuerung der Dampfmaschine erreicht. Der Fliehkraftregler verändert den Zeitpunkt des Abschlusses der Einlassschieber auf verlässliche Weise. Schwankungen wie bei einfachen Drosselklappen unvermeidlich, würde keine hohe Qualität zulassen und könnte sogar zum andauernden reißen der Fäden in einer Spinnerei führen. Für eine derartige Steuerung erhielt bereits 1849 der Amerikaner Gorge Corliß die Patentrechte. Anstatt der sonst gebräuchlichen Flach- oder Muschelschieber arbeitet die Corliß-Maschine mit Dreh-oder gut österreichisch "Hahnschieber." Dadurch wird der Widerstand gegen den selbsttätigen Eingriff des Regulators radikal vermindert. Erst um 1880 wurde die Ventilsteuerung so weit verbessert, dass sie den vorzüglich arbeitenden Drehschieber ebenbürtig wurde. Für höchste Ansprüche wurde jedoch weiterhin gerne der bewährte Corlißschieber mit verbessertem Antrieb nach Frikart ausgeführt, wie übrigens 1889 bei der Weltausstellung in Paris vorgestellt. Charakteristisch die fünfarmige Schwinge in der Mitte des Zylinders mit sternförmigen Antrieb sowie der Klinkenmechanismus der Einlassventile, welche der Maschine beim Abschnappen durch den Reglereingriff ein markantes Arbeitsgeräusch geben.


Restaurierung.

Bei Restaurierungen geht oft durch die Erneuerung des Anstriches viel verloren. Will man ein Objekt in den "Auslieferungszustand" zurückversetzten ist das mit enormen Zeit- und Geldaufwand verbunden. Viele eigentlich noch brauchbare Teile müssen neu angefertigt werden. Das Ergebnis ist dann trotzdem oft zweifelhaft, wenn nicht mit den alten Originalmaterialien und ohne die handwerklichen Fertigkeiten von damals ans Werk gegangen wird. Oft ist die einfache Konservierung des vorhandenen Zustandes eine optimale Lösung im wissenschaftlichen Sinn. Dies trifft meiner Meinung nach zu, wenn z.B. Anstriche noch einigermaßen gut und sehr alt sind. Im gegenständlichen Fall der Dampfmaschine von Oberwaltersdorf denke ich, dass der Rost entfernt werden sollte. Danach stellt sich die Frage, ob nun mit modernen Mitteln der originale Zustand nachgeahmt werden soll. Ein Erscheinungsbild wie etwa die Maschinen im Technischen Museum, wo Jahrzehnte lang fast nichts gemacht wurde, hat eine unglaubliche Atmosphäre. Also behutsam entrosten, nur wo wirklich Rost ist. Konservieren, eventuell mit matter Ölfarbe, kein hochglänzender Lack. Nichts Künstliches, kein "Vorspiegeln falscher Tatsachen". Sie ist nicht neu, dass darf man sehen. Über 100 Jahre alt, nicht mehr bereit zu arbeiten. Nur mehr bewundert zu werden, und sozusagen "Geschichte aus der Zeit der Urgroßväter" zu erzählen, ist ihre Aufgabe.

 




Die "Alte Spinnerei"

DAS IMMOBILIENPROJEKT IN OBERWALTERSDORF

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